Eindrücke auf der Fahrt
Gmünd - Groß Gerungs
Eindrücke auf der Fahrt
von Gmünd nach Groß Gerungs
Die Süd-Strecke nach Groß Gerungs verlässt den Bahnhof Gmünd Richtung Westen um nach kurzer Fahrt unter der Franz-Josefs-Bahn hindurch Richtung Südwesten abzubiegen. In weitläufigen Lainsitztal geht es nun durch Ehrendorf sowie an Dietmanns und Eichberg vorbei nach Alt Weitra.
Die Strecke umgeht den Eichberg an seiner westlichen Flanke in unmittelbarer Nähe der Lainsitz, die sich malerisch durch den flachen Talgrund schlängelt. Zur Linken taucht nun die Wallfahrtskirche von Unserfrau auf und der Zug fährt in den Bahnhof Altweitra ein. Seit seinem Ausgangspunkt in Gmünd hat der Zug erst sechs Höhenmeter überwunden.

Diesellok rund um Eichberg
Nachdem die Strecke die Bundesstraße überquert hat, erklimmt der Zug in einer großen Schleife mit Steigungen bis zu
27 Promille entlang des Altweitra- und des Ulrichteiches die Anhöhe von Weitra. Im Blick zurück verschwindet die Ebene des Lainsitztales mit Altweitra und Unserfrau und vor uns öffnet sich der Blick auf Schloss Weitra, das beherrschend auf einem mächtigen Felsen über der Altstadt thront .

Schloss Weitra
Am Bahnhof Weitra wurde von einem pensionierten ÖBB-Angestellten ein Museum eingerichtet, das Uniformen, alte Fahrpläne, Gerätschaften für den Bahnbetrieb und vieles andere mehr beinhaltet.

Die Bahn verlässt den Bahnhof Weitra, überquert kurz danach das erste Viadukt, von dem aus sich ein eindrucksvolles Bild von Schloß Weitra bietet. Den Golfplatz Weitra mit der Freizeitanlage am Hausschacherteich lassen wir links liegen, die Strecke passiert den Gansberg und wir sehen im Westen den mächtigen Nebelstein, die Vysoká in Böhmen und im Nordwesten den Mandelstein.


Nebelstein, Mandelstein und Vysoka in Böhmen
Entlang des Westhanges des Lainsitztales passiert die Strecke die Haltestelle Langfeld und quert auf dem zweiten Viadukt den Wolfgangbach. Nach Roßbruck nähern wir uns wiederum dem Talgrund des Lainsitztales mit seinen Wiesen, Äckern und Obstbäumen und erreichen kurz danach den Bahnhof von St. Martin. Gegenüber türmt sich der Wachtberg mit dem markanten, weithin sichtbaren ORF-Sendemasten auf. Die Strecke nähert sich nun wiederum dem Lainsitzbach und führt entlang des Lainsitzbaches zum Bahnhof Steinbach-Bad Großpertholz. Von Steinbach-Bad Großpertholz aus beginnt der Anstieg der Strecke zur Europäischen Hauptwasserscheide.

Ausfahrt
Bahnhof
Steinbach
Die Strecke führt durch den Holzgraben mit einer Steigung von
26 Promille zur Haltestelle Abschlag, wo ein Gastwirt aus Bad Großpertholz das sogenannte
Fassldorf aus riesigen alten Weinfässern errichtet hat. An Sonntagen mit Dieselbetrieb lädt hier eine halbstündige Pause zu einem erfrischenden Frühschoppen im Fassldorf ein.
Nach Abschlag beginnt der technisch anspruchsvollste Teil der Strecke, der im Volksmund Kleiner Semmering genannt wird. Entlang der Westflanke des Steinbachgrabens folgt die Strecke mit Schleifen und Kehren der Geländekontur, durchquert den Kleinen Bruderndorfer Tunnel und erklimmt so Höhenmeter für Höhenmeter zur alten Haltestelle Bruderndorf, wo die Dampflok ihren Durst mit kühlem Waldquellwasser stillt. Während die Dampflok an der alten Wasserstation betankt wird und verschnaufen kann, werden dem Fahrgast frisch gebratene Waldviertler Erdäpfel angeboten.

Vor einigen Jahren fanden hier Filmdreharbeiten zu Schloss Gripsholm statt. Das hölzerne Wartehäuschen trägt seither anstatt Bruderndorf die Aufschrift Mariefred.


Wasserstation
Bruderndorf
Kurz nach der alten Haltestelle Bruderndorf macht die Strecke eine Kehre und durchquert den Großen Bruderndorfer Tunnel. Danach bietet sich ein überwältigender Ausblick auf die Gegend rund um Bad Groß Pertholz, Scheiben und Reichenauerwald, wo in früheren Jahrhunderten die berühmten Waldviertler Glashütten standen. In einer weiten Kehre schraubt sich die Strecke an der Sonnleiten entlang weiter nach oben. Das Mikroklima ist hier so günstig, dass in der umliegenden Gegend auf einer Höhe von fast 800 Metern Nussbäume gedeihen. Gegenüber der Sonnleiten liegt der Bräuhof, dessen Name noch heute von seiner einstigen Bestimmung zeugt, Bier für die Glashütten zu brauen.

Nach weiterem Anstieg erreicht die Strecke ungefähr bei Kilometer 33,00 endlich die 806 m hoch gelegene Europäische Hauptwasserscheide zwischen Elbe und Donau.

Zwischen
Wasserscheide
und
Langschlag
Die Strecke überquert die Bruderndorfer Hochebene und erreicht anschließend nach kurzem Abstieg das Tal des Zwettlbaches, quert die Bundesstraße und führt entlang des Zwettlbaches in den Bahnhof Langschlag, wo sich kurz vor dem Bahnhof die einzige Schrankenanlage der Strecke befindet.

Da der Bahnhof nicht mehr besetzt ist, hält der Zug vor der beschrankten Straßenquerung, der Zugbegleiter steigt aus, kurbelt den Schranken herunter und der Zug fährt in den Bahnhof Langschlag ein.


Bahnhof
Langschlag
Am Bahnhof Langschlag ist in einem alten Güterzugswagon das Bahnmuseum untergebracht, das während eines kurzen Aufenthalts besichtigt werden kann.

Das Langschläger Bahnmuseum
Die Strecke führt nun durch den Ort Langschlag weiter entlang des Zwettlbaches Richtung Osten, verlässt dann das Zwettltal und steigt bis zur Haltestelle Harruck hin an. An den südlichen Ausläufern des Hochberges windet sich die Strecke talwärts Richtung Groß Gerungs. Wiesen und Wälder begleiten die Strecke.

Zwischen Harruck und Heinreichs
Die Ortschaft Heinreichs wird passiert und nach einer weiten Schleife liegt die Stadt Groß Gerungs vor uns. Die Strecke umfährt den Ort an seinem südlichen Rand und erreicht den Endbahnhof.

Am Bahnhof Groß Gerungs lädt an Tagen mit Dampfbetrieb das Gerungser Dampfbahnstüberl den Fahrgast zu Stärkung und Erfrischung ein.


Kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Groß Gerungs


Wartungsarbeiten an der 399 nach der Ankunft in Groß Gerungs